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Manuelle Therapie und manuelle Medizin

Die manuelle Medizin hat sich zum Teil aus jahrtausendealten "Handgrifftechniken" entwickelt. Sowohl in der Antike als auch im alten China wurden spezielle Handgriffe angewendet, um Rückenschmerzen zu kurieren. Im Mittelalter und im 18. Jahrhundert waren es die "bone-setters" oder "Knocheneinrichter", die Wirbelsäulenprobleme mit Einrenkungen behandelten. Ende des 19. Jahrhunderts hat Andrew Taylor-Still (1826 - 1916) die Griffbehandlung als Grundlage der ostheopathischen Medizin benutzt. David D. Palmer (1845 - 1913) errichtete darauf sein Konzept der Chiropraktik. In den 50er und 60er Jahren begannen sich aber zunehmend mehr Ärzte für die manuelle Medizin zu interessieren. 1958 gründete der Schweizer Rheumatologe Jean-Claude Terrier die internationale Medizinische Gesellschaft für Manuelle Medizin (FIMM; Fédération Internationale des Médecins Manuels).Heute wird die manuelle Medizin in vielen Ländern Europas angehenden Ärzten während des Medizinstudiums bzw. als Zusatzqualifikation nähergebracht - zum Beispiel in Frankreich, Deutschland und Tschechien. Die früher ablehnende Haltung der Schulmedizin ist seit Mitte der 80er Jahre weitgehend verschwunden.


MANUALTHERAPEUTISCHE VERFAHREN UND TECHNIKEN
Die Osteopathie legt dabei den Schwerpunkt ihrer Behandlung auf Manipulationen der Wirbelsäule und wendet verschiedene Techniken an. ("Myofascial release", "Strain- counterstrain", "Muscle energy"). Die Manipulationen können neben sanften Techniken auch mit kurzen impulsartigen Griffen durchgeführt werden. Zur Osteopathie gehört auch die Manipulation an den Eingeweiden, die so genannte Viszeraltherapie.

Die Chiropraktik (oder Chiropraxis) ist eine - wahrscheinlich von der Osteopathie abgeleitete - Handgrifftechnik zur Manipulation an den Gelenken der Wirbelsäule und den Extremitäten.

Als Chirotherapie werden dabei Handgrifftechniken an den Gelenken bezeichnet. Nach Klärung der Beschwerden werden gestörte Gelenke durch vorsichtige kurze Bewegungen, den so genannten Manipulationen, wieder zu mobilisieren versucht. Diese Manipulationen sind typisch für die Manuellen Techniken. Oft kann es zu einem hörbaren "Knacken" in den Gelenkbereichen kommen. Des weiteren werden verschiedene Mobilisationstechniken verwendet, um eine bessere Funktion der Muskulatur, Bänder und Sehnen zu erreichen.
Wirksamkeit der manuellen Therapie

Wie bei jeder manuellen Therapie ist es nicht möglich, eine Doppelblindstudie zur Beurteilung der Resultate zu erstellen. Der behandelnde Manualmediziner wird immer wissen, ob eine gezielte oder vorgetäuschte Behandlung durchgeführt wird. In vergleichenden Studien zu anderen Methoden (Bewegungstherapie, Rückenschulung, und so weiter) zur Behandlung von Rückenschmerzen konnte die Wirksamkeit von manualtherapeutischen Verfahren nachgewiesen werden. Patienten, die manualtherapeutisch behandelt wurden, litten im Langzeitverlauf unter weniger Beschwerden.

Wofür manuelle Therapie empfohlen ist
Die Manuelle Medizin ist empfehlenswert für rückgängig zu machende Fehlfunktionen der Gelenke, Wirbelsäulenschmerzen im Hals-, Brust- und Lendenbereich und funktionelle Störungen wie manche Formen von Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Ohrensausen oder Atemstörungen.
Wofür manuelle Therapie nicht empfohlen ist
Bei gelenknahen entzündlichen oder gelenkzerstörenden Prozessen, schwerer Osteoporose, akuten Bandscheibenvorfällen, Tumoren und Metastasen im Bereich der Behandlungszonen, Knochenbrüchen, frischen Weichteilverletzungen im Bereich der Halswirbelsäule, Missbildungen des Rückenmarks, Überbeweglichkeit (Hypermobilität) der Wirbelsäule ist die manuelle Therapie nicht empfohlen.
Manualtherapeutische Verfahren und Techniken
Heute haben sich verschiedene manualtherapeutische Techniken und Schulen herausgebildet. Obwohl in der Schwerpunktsetzung unterschiedlich, ähneln sich die Verfahren im Prinzip. Derzeit wird versucht, die verschiedenen Ansätze zusammenzuführen.

Cyriax-Konzept:
Das vom englischen Arzt James Cyriax) erarbeitete Konzept legt den Schwerpunkt auf die Weichteildiagnose und -therapie. Im deutschsprachigen Raum ist vor allem seine Massagetechnik der tiefen Querfriktion bei Strukturschäden an Sehnen, Muskeln oder Bändern bekannt.

Nach einer exakten Ermittlung der für die Bewegungsstörungen verantwortlichen Weichteilstrukturen werden dabei mit Finger oder Daumen quer zu betroffenen Sehnen, Muskeln oder Bändern Massagebewegungen ausgeführt. Damit werden, so die Annahmen, lokale Gewebshormone ausgeschüttet und Verklebungen des Bindegewebes gelöst.
Eingesetzt wird die Cyriax-Massagetechnik bei Sehnenentzündungen im Schulterbereich, Kniescheibenspitzen-Syndrom, Tennis- und Golferellbogen oder Weichteilverletzungen nach Sportunfällen.
Die Manipulationsbehandlung der Muskeln und Gelenke, inklusive Wirbelsäule mit hohen Zugwirkungen - oft unter Einsatz von zwei Helfern - hat weniger Verbreitung gefunden.

Kaltenborn/Evjenth-Therapie:
In Norwegen entwickelte Technik, die besonders in Deutschland eine große Verbreitung fand. Der Schwerpunkt liegt auf Gelenkspieltests und der gelenkschonenden Mobilisation

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